Fr. | 16.05.2025 | 20:00
Ein Drama von Friedrich Wolf
Thomas Müntzer – der Mann mit der Regenbogenfahne
500 Jahre Bauernkrieg
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Eintritt 20 € VVK • 22 € AK / ermäßigt 16 € VVK • 18 € AK (je inkl. Gebühren)
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Bearbeitung: Gerhard Schepper
Regie: Konrad Haller
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts verschärft sich die Lage der Bauern im Süden und Osten Deutschlands. Steigende Frondienste und Abgaben führen zu Verelendung, während harte Strafen wie Handabhacken oder Augen ausstechen Aufstände unterdrücken. In dieser Not verbreitet sich Luthers Bibelübersetzung schnell und predigt die Gleichheit aller Menschen. Prädikanten und Laienprediger mobilisieren die Bauern, die nach Vorbild der Schweizer Freiheit, Gleichheit und Demokratie fordern. Ihre Parole: „Nichts denn als die Gerechtigkeit Gottes!“
Thomas Müntzer wird zur zentralen Figur der Bewegung. Er unterstützt die Forderungen der Bauern mit biblischer Legitimation, hilft bei der Abfassung ihrer 12 Artikel und distanziert sich von Martin Luther, der die Reformation auf die Kirche beschränken will. Müntzer entwirft Visionen für eine umfassende gesellschaftliche Reform und führt die Regenbogenfahne als Symbol für Gerechtigkeit und Vielfalt ein, offen für alle Menschen, die Gleichheit anstreben.
Die Bewegung versucht zunächst friedlich, später auch gewaltsam, ihre Ziele durchzusetzen. Doch das von Müntzer angestrebte landesweite Bündnis scheitert. Viele Städte schwanken, einige verraten die Bauern. Der Truchsess von Waldburg-Zeil nutzt Spaltung und militärische Übermacht, um die Aufständischen zu besiegen. Die letzte Schlacht bei Mühlhausen endet mit einer Niederlage; Müntzer wird gefangen genommen und hingerichtet. Seine Ideen leben durch seine Anhänger in Münster weiter.
Das Stück beleuchtet den Bauernkrieg als erste große Freiheits- und Demokratiebewegung in Deutschland. Obwohl sie scheitert, beeinflusst sie spätere Revolutionen und die Demokratiegeschichte bis ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Werte wie Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Mitbestimmung bleiben aktuell, ebenso wie der Wunsch nach nachhaltigem Wirtschaften, den auch die Bauern damals forderten.
Der theologische Konflikt zwischen Luther und Müntzer, ob die Reformation nur geistlich oder gesellschaftlich wirken soll, zieht sich durch die Handlung. Luthers scharfe Ablehnung radikalisiert Müntzer, der zu Gewalt aufruft, um die Bewegung zu retten. Die Regenbogenfahne wird dabei zum Symbol für Vielfalt und Gerechtigkeit.
Das Stück verbindet die Geschichte des Bauernkriegs mit heutiger Relevanz und zeigt nicht nur den politischen Kampf, sondern auch die innere Zerrissenheit der Figuren. Es erinnert an den Mut, für soziale Gerechtigkeit einzustehen, und reflektiert die Spannungen zwischen persönlichem Glück und gesellschaftlicher Verantwortung.
Eine Produktion des
Kammertheaters Der Kleine Bühnenboden
mit freundlicher Unterstützung des
Kulturamts der Stadt Münster und der Sparkasse Münsterland Ost t und der Rosa Luxemburg Stiftung
